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Hiomi – Die geheimnisvolle Rinde des Knoblauchbaums

 

Die Natur hat ihre ganz eigene Art, uns zu überraschen. Manchmal sind es die kleinen, unscheinbaren Dinge, die sich als wahre Schätze entpuppen – wie ein Duft, der Erinnerungen weckt, oder ein Geschmack, der Geschichten erzählt. Hiomi, auch bekannt als Huyomi, Olum, Bobimbi oder Country Onion, ist genau so ein Schatz. Ein Gewürz, das nicht laut auf sich aufmerksam macht, sondern leise und tief in den kulinarischen und heilkundlichen Traditionen West- und Zentralafrikas verwurzelt ist.


Herkunft – Ein Baum mit Charakter

Hiomi stammt vom Knoblauchbaum, botanisch Afrostyrax lepidophyllus genannt – ein seltener Baum, der in den tropischen Regenwäldern von Kamerun, Gabun, Ghana und der Demokratischen Republik Kongo wächst. Schon beim ersten Kontakt mit seiner Rinde oder den Früchten wird klar: Dieser Baum hat Persönlichkeit. Ein intensiver Duft steigt auf – eine Mischung aus Knoblauch, Zwiebel und einer warmen, leicht süßlichen Würze, die neugierig macht.

Was viele nicht wissen: Es sind nicht nur die Rinde, sondern auch die Samen und Früchte, die dieses unverwechselbare Aroma tragen. In der lokalen Küche werden sie getrocknet, gemahlen oder einfach als Ganzes mitgekocht – ganz nach dem Prinzip: Weniger ist mehr, wenn die Natur so großzügig mit Geschmack ist.


Kulinarische Tradition – Mit Liebe gewürzt

In den Küchen Kameruns, Gabuns und Nigerias ist Hiomi ein vertrauter Begleiter. Seit Generationen wird es als natürlicher Geschmacksverstärker verwendet – ähnlich wie Knoblauch, aber mit einer eigenen, tiefen Note, die Gerichte erdet und ihnen Charakter verleiht.

Ein paar Beispiele, die das Herz wärmen:

  • Shuem: Eine Sauce aus Kürbisblättern und gemahlenen rohen Erdnüssen – nahrhaft, aromatisch und voller Seele. Hiomi wird hier mitgekocht, um Tiefe und Würze zu schenken.
  • Mbongo Tchobi: Eine dunkle, geheimnisvolle Sauce mit frischem Fisch ( kann aber auch mit Fleisch zubereitet werden) bei der Hiomi das Aroma wie ein roter Faden durchzieht.
  • Nkui & Sauce Jaune: Traditionelle Gerichte, bei denen Hiomi nicht nur würzt, sondern verbindet – Geschmack, Erinnerung und Gemeinschaft.

Und auch in der modernen Küche findet Hiomi langsam seinen Platz. Für Menschen, die Knoblauch lieben, aber ihn nicht gut vertragen, ist es eine wunderbare Alternative. Und für alle anderen: eine neue Dimension des Würzens.


Heilende Geschichten – Wissen, das weitergegeben wird

Hiomi ist nicht nur ein Gewürz – es ist auch ein Teil der traditionellen afrikanischen Medizin. Die Geschichten, die man sich erzählt, sind so alt wie die Wälder, aus denen der Baum stammt.

Man sagt, dass Hiomi:

  • antibakteriell und entzündungshemmend wirkt – erste Studien bestätigen, dass Extrakte aus der Rinde bestimmte Bakterien hemmen können.
  • die Verdauung unterstützt – in manchen Regionen wird ein Tee aus der Rinde gekocht, der bei Magenbeschwerden helfen soll.
  • Insekten und sogar Schlangen fernhält – Jäger trugen Hiomi in ihren Taschen, und der intensive Geruch soll Tiere abschrecken.

Ob wissenschaftlich belegt oder nicht – diese Anwendungen zeigen, wie tief Hiomi in der Kultur und im Alltag verwurzelt ist. Es ist ein Gewürz, das nicht nur den Körper, sondern auch die Seele berührt.


Hiomi auf Reisen – Ein Gewürz entdeckt die Welt

Noch ist Hiomi außerhalb Afrikas ein Geheimtipp. Aber die Welt wird neugieriger, offener – und die afrikanische Diaspora bringt ihre kulinarischen Schätze mit. Immer mehr Gewürzliebhaber entdecken Hiomi für sich, und das aus gutem Grund.

Ein paar Ideen für die moderne Küche:

  • Gemahlen als feiner Ersatz für Knoblauchpulver
  • Mitgekocht in Suppen, Currys oder Eintöpfen
  • In Marinaden für Fleisch, Fisch, Gemüse oder Tofu

Hiomi ist vielseitig, kraftvoll und dabei überraschend sanft – ein Gewürz, das sich nicht aufdrängt, sondern einlädt.


Fazit – Geschmack, der verbindet

Hiomi ist mehr als nur ein aromatischer Geheimtipp. Es ist ein Symbol für die Verbindung von Tradition, Geschmack und Naturheilkunde. Die Rinde und Früchte des Knoblauchbaums erzählen Geschichten – von Regenwäldern, von Familien, von Mahlzeiten, die mit Liebe gekocht wurden.

Für alle, die neugierig sind, die gerne Neues entdecken und ihre Küche um eine besondere Note erweitern möchten, ist Hiomi eine Einladung. Vielleicht wird es bald auch in europäischen Küchen heimisch – als würzige Brücke zwischen Kontinenten, Kulturen und Generationen.

 

penja pfeffer

Chez Fadi’s Magic Sauce Gewürzreihe, Teil 5: Weihnachtsbonus | Penja Pfeffer


Ich dachte mir, wenn ich Euch die verschiedenen Gewürze erkläre, welche ich für die Chez Fadi`s Sauces verwende, dann darf der preisgekrönten Penja Pfeffer natürlich nicht fehlen.

Was macht diesen Pfeffer so besonders?

Dieser in Kamerun beheimatete Pfeffer wird im Departement Moungo um den Ort Penja angebaut. Daher kommt auch der Name Penja Pfeffer oder im Französischen Poivre de Penja. Er ist seit 2013 der erste Pfeffer aus Afrika, welcher eine GGA (geschützte geografische Angabe) erhalten hat und das bislang erst als der zweite weltweit nach dem Kampot-Pfeffer.

Die geschützte geografische Angabe (GGA, französisch Indication géographique protégée (IGP)) dient zur Auszeichnung von traditionellen und typischen Spezialitäten einer klar definierten Region. Es gibt weltweit bislang nur drei Pfeffersorten mit IGP-Zertifizierung: der Kampot IGP-Pfeffer, der Penja IGP-Pfeffer sowie der Sarawak IGP-Pfeffer.

Der Penja Pfeffer ist unter anderen Namen wie zum Beispiel Vogelpfeffer, versteckter Pfeffer oder auch Kameruner Schatz bekannt und ist erhältlich in verschiedenen Reifestadien, also als schwarzer, roter oder auch als weißer Pfeffer. Wobei der weiße Pfeffer am bekanntesten ist.
Geschmacklich wird der weiße Pfeffer als kräftiger, holziger, mit einem Hauch von Minze beschrieben.

Der Ort Penja, ist eine Gemeinde nicht weit von Loum, meiner Heimatstadt, entfernt. Er gehört also zur kamerunischen Provinz Littoral. Die Region Mungo ist allgemein bekannt für seine fruchtbaren, vulkanischen Böden sowie für seine optimalen klimatischen Bedingungen. Diese besonders günstigen Faktoren sind für reichhaltige Anbauten wie Bananen, Kakao. Kaffee, Ananas und weiteres äußerst geeignet. Diese Böden verleihen auch dem Penja Pfeffer seinen unverwechselbaren Geschmack. Daher gilt der Penja Pfeffer nicht umsonst als eine der besten Pfeffer der Welt und darauf bin ich seit meiner Kindheit, welche ich in der Region Moungo verbracht habe, besonders stolz.

Dieser Pfeffer von seltener hochwertiger Qualität verleiht rotem und weißem Fleisch sowie Fisch und Meeresfrüchten, Gemüse und auch Suppen eine ganz besondere Note. Der schwarze Pfeffer ist dabei kräftiger und passt perfekt zu rotem Fleisch, währenddessen der weiße ideal zu weißem Fleisch wie Geflügel und Fisch passt. Der rote Pfeffer ist eher seltener, passt jedoch hervorragend zu Steaks.


In meinen Gerichte und insbesondere in allen meinen Chez Fadi`s Saucen kommt daher nur Penja Pfeffer zum Einsatz. Den Unterschied schmeckt man einfach!

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Gesundheitliche Vorteile

Die meisten Gewürze bieten auch zahlreiche gesundheitliche Vorteile. Auch der Pfeffer ist dabei keine Ausnahme von dieser Regel.

Der Pfeffer besitzt antibakterielle Eigenschaften und wird zur Behandlung von Krebsgeschwüren, kleineren Wunden im Mund und sogar bei Halsschmerzen verwendet. Er ist auch hilfreich bei Verdauungsproblemen. Zudem wirkt er entzündungshemmend und wird oft zur Linderung von Symptomen und Schmerzen im Zusammenhang mit Rheuma eingesetzt.
Der Verzehr von Pfeffer ist daher sehr gesundheitsfördernd und verstärkt die Wirkung anderer Inhaltsstoffe auf den Körper. Er ist also nur zu empfehlen.

In diesen Sinne wünscht Ich Euch und Euren Liebsten eine besinnliche Weihnachtszeit. Lasst nun auch ab und zu einmal die Seele baumeln und vergesst auch nicht, Euren Gaumen zu erfreuen, was man ja in dieser speziellen Zeit auch oft tut. Bis dann!

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Chez Fadi’s Magic Sauce Gewürzreihe, Teil 4: Rondelles | Country Onions (Landzwiebeln)


Bald werden alle Kerzen auf unserem Adventskranz brennen und Weihnachten ist bereits in Sichtweite. Wie dies bei den letzten drei Adventssamstagen der Fall war, wird dieses traditionelle Wochenende erneut mit der Entdeckung eines weiteres Gewürz begleitet. Diesmal stehen Rondelles auf der Liste, auch Country Onions benannt, was in deutsch ja Dorf- oder Landzwiebeln bedeutet.

Rondelles sind die Früchte des Afrostyrax lepidophyllus, ein Baum der Familie der Huaceae, der vorwiegend in Zentralafrika beheimatet ist. Der Geruch erinnert dabei stark an denjenigen von Zwiebeln und Knoblauch, daher der Name Country Onions und die Bezeichnung dessen Baums als Knoblauch Baum. Somit können Rondelles in der Küche sowohl Knoblauch als auch Zwiebeln ersetzen. Der Name Rondelles wird eher oft in Kamerun und in den französisch sprechenden Regionen verwendet. Vermutlich wird dieser Name aus den französischen Adjektiv “rond/rondes” (in deutsch “rund”) wegen der runden Form abgeleitet. Die Frucht ist unter anderem auch unter weiteren Namen wie olum oder bobimbi bekannt.


Übrigens kommen Rondelles auch in meiner Chez Fadi`s Hot&Spicy Red Sauce zum Einsatz.

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Bei diesem Baum werden sowohl die Blätter, die Baumrinde als auch die Frucht verwendet. So wird die Baumrinde zum Beispiel bei der Herstellung von diversen Gewürzmischungen wie die Mbongo, Achu Spices… verwendet. Die Rondelles Frucht selbst ist eine der Hauptbestandteile von Pèpè Soup. Gerne wird die Frucht auch als Ersatz für Knoblauch bei diversen Gerichten verwendet.

Wie alle anderen Gewürze aus der Chez Fadi`s Gewürzreihe hat Rondelles auch eine therapeutische Wirkung und wird somit in der traditionellen afrikanischen Medizin als Heilpflanze eingesetzt.

Ich hoffe, ich konnte Dich durch diese schöne Adventszeit mit viel neuem Wissen bereichern und Dir dadurch ein bisschen mehr von der Zusammensetzung von Chez Fadi`s Sauce verraten. Außerdem möchte ich Dich gerne dazu ermuntern, die unterschiedliche Gewürze in Deinen eigenen Rezepten selbst einmal ausprobieren.

In diesem Sinne wünsche ich Dir ein schönes 4. Adventswochenende und bis zum nächsten Mal. Lasst Euch von der manchmal stressigen Vorweihnachtszeit nicht zu sehr anstecken, sondern genießt einfach die schöne Zeit miteinander.


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Chez Fadi’s Magic Sauce Gewürzreihe, Teil 3: Pèbè | Afrikanischer Muskat


Die zweite Kerze wurde bereits vor längerer Zeit zum ersten Mal angezündet, auch wurden die Weihnachtsmärkte zwischenzeitlich mehrfach besucht. In einigen Regionen ist bereits der erste Schnee gefallen und bald kommt wieder die Zeit, eine weitere Kerze auf unseren Adventskranz anzuzünden. Wir tun dies erneut auf unsere besondere Art und Weise, indem wir uns gemeinsam auf die Entdeckung eines weiteren Gewürz begeben: den Pèbè/Bèpè.

Pèbè/Bèpè, der wissenschaftlicher Name lautet Monodora myristica, auch bekannt als falsche Muskatnuss, wobei ich eher den Begriff afrikanischer Muskat bevorzugen würde.  Es handelt sich hierbei um ein sehr leckeres und intensives Gewürz aus den tropischen Regionen Afrikas.


Steckbrief

Name: Pèbè oder Pébé
Wissenschaftlicher Name: Monodora myristica
Herkunft: tropische Gebiete Afrikas
Verwendung in der Küche: als Gewürz zu Fisch und Fleisch ( dabei bevorzugt weißes Fleisch wie Hühnchen)
Verwendung in der Medizin: Behandlung von Bauchschmerzen, Bluthochdruck…


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Besonders in Kamerun ist dieses Gewürz sehr beliebt, insbesondere in Suppen, Saucen sowie Fischgerichten. Die Kombination mit Djansang und Essesse ist genial und darf daher in keiner guten Pèpè Soup  oder Marinade fehlen. Die Samen sehen ungeschält wie Nüsse aus. Vor dem Verwenden, müssen die Schalen entfernt werden und zur besseren Entfaltung des vollen Aromas sollten sie kurz geröstet werden, bevor sie mit Hilfe eines Mörsers oder einem Mixers gemahlen werden.

Die Pèbè Samen werden nicht nur als Gewürz, sondern auch als Heilpflanze gemeinsam mit ihrer Wurzeln, zur Behandlung vieler Beschwerden verwendet: unter anderem Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Zahnschmerzen, Fieber, Bluthochdruck und viele mehr. Das ätherische Öl, welches durch Hydrodestillation der Samen gewonnen wird, ist für seine krampflösende Wirkung bekannt.

Nächste Woche geht es weiter mit dee letzten Kerze und ein weiteres Gewürz. Es bleibt also spannend!


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Chez Fadi’s Magic Sauce Gewürzreihe, Teil 2: Essesse | Quatres Côtés


Nun liegt die erste Adventswoche bereits hinter uns und bald kommt der Zeitpunkt, eine weitere Kerze auf unserem Adventskranz anzuzünden, indem wir gemeinsam weitere Zutat kennen lernen dürfen.

Heute stelle ich Euch dabei die Essesse/Esèsè oder Quatre Cotés vor, die Frucht des Tetrapleura Tetraptera Baums, welcher in tropischen Afrikas und vor allen in den  Regenwaldregionen zu finden ist. Der Begriff Quatre Côtés, auf Deutsch vier Seiten, leitet sich von der Form der Frucht her, welche ebenfalls vier Seiten aufweist.

Diese tolle Gewürz eignet sich nicht nur zum Würzen salziger Gerichte, sondern ist durch sein leicht süßes Aroma ebenfalls zum Würzen von Süßspeisen wie zum Beispiel Marmelade, Kuchen oder Tee gut geeignet.

Quatres Côtés wird nicht nur in der Küche verwendet, sondern sogar in der Kosmetik, indem das Gewürz dor in Cremen für eine tolle weiche Haut sorgt.


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Außerdem hat Quatres Côtés in der traditionellen afrikanischen Medizin einen hohen Stellenwert erlangt durch ihren Einsatz bei der Behandlung zahlreicher Beschwerden und Krankheiten wie beispielsweise Rheuma, Erkältungen, Fieber und weitere mehr. Oft kann es auch bei Frauen die Nachwehen sowie weitere Beschwerden nach der Geburt lindern, indem als Gewürz in speziellen Lebensmitteln beigemischt wird. Durch seine hohen Anteil an Vitamin und Mineralstoffen ist Esèsè auf jeden Fall ein Gewürz, welches ich nur empfehlen kann.

Bei mir darf sie als Zutat in meiner Magic Sauce auf gar keinen Fall fehlen, denn ohne eine schöne Portion Esèsè geht es einfach nicht! Genauso wie Djansang entfaltet es sein volles Aroma erst dann so richtig, nachdem es kurz vor der Verabeitung leicht angeröstet wird.


In meinem nächsten Beitrag werde ich Euch kurz vor dem Anzünden der nächsten Adventskerze das Geheimnis um ein weiteres Gewürz lüften. Bleibt also unbedingt am Ball!