Die Saison der gekühlten Getränke ist bald eröffnet. Wie wäre es mit einem Rezept von einem meiner von mir hochfavorisiertesten Erfrischungsgetränke?
Bissap oder Foléré, wie man es in Kamerun nennt, gehört mittlerweile für mich zu den Must Have in der Küche. Auch für meine Kochkurse darf Bissap Juice für meine Schüler nicht mehr fehlen und hat bisher immer das Herz von vieler von ihnen erobert. Ob pur oder als Schorle, ob als Kalt- oder als Heißgetränk, Bissap ist einfach genial lecker.
Vor ein paar Monaten habe dieses Rezept von einer meiner Bekannten gezeigt bekommen, welche aus dem Senegal stammt. Ich war bei ihr zu Besuch und sie bot mir einen Glas Bissap an und fragte mich dabei, ob ich es bereits kenne. “Natürlich kenne ich Bissap”, antwortete ich, “Bei uns in Kamerun heißt es Foléré”. Als ich ihr Bissap aber gekostet habe, war ich sofort von dessen Geschmack sehr angetan und ich fragte sie daher, was da alles drin ist. Sie teilte mir dann mit, dass ihre Zutaten lediglich Bissap Blüte, frische Minzblätter und Zucker seien. Ich war wirklich erstaunt, wie gut es mit so wenig Zutaten schmeckt. Außerdem fügte sie hinzu, dass sie ihr Bissap nicht wie üblich koche, denn sie gießt lediglich kochendes Wasser über die Blüten sowie über die Minzblätter und lasse beides anschließen langsam abkühlen und dabei über mehrere Stunden ziehen. Der Vorteil dabei ist, dass dadurch die Blüten so nicht zu lange gekocht werden müssen. Dank dieses Tricks wird der Saft später nicht allzu sauer und man braucht wesentlich weniger Zucker, um dem Getränk die notwendige Süße zu verleihen. Diese wirklich tolle Idee hat es mir sofort angetan!
Über die Vorteile des Bissap Pflanze aka Roselle / Hibicus Sabdariffa habe ich bereits einmal einen ganzen Beitrag gewidmet. Wer es selbst ausprobieren möchte, findet die Blüten überall im Onlinehandel zu kaufen. Meine besorge ich jeweils bei Saveurs d’afrik, wenn mein von mir selbst aus Kamerun mitgebrachter Vorrat zur Neige geht. Es ist einfach ein ideales Getränk für die heißen Tage, besonders mit seiner Minznote, welches diesem eine besondere Erfrischung verleiht. Probiert es doch einfach einmal selbst!
Die Bissap Blüte in einem Sieb geben, kurz unter kaltem Wasser spülen und in einer Schüssel geben. Die Minzblätter ebenfalls spülen und zu den Blüten dazu geben
In der Zeit ca. ein Liter Wasser zum kochen bringen und über die Blüte gießen und zugedeckt über die Nacht ziehen lassen
Danach über einen Sieb gießen, in einer Flasche füllen, für ein paar Stunde im Kühlschrank stehen lassen und kalt genießen!
Notes
Wer es nicht allzu konzentriert bzw. süß mag, kann den Bissap Saft mit etwas Wasser verdünnen und als Schorle genießen.Cheers!Fadi
Wie ich oft zu sagen pflege, sind Plantains doch einfach eine wirklich tolle Erfindung der Natur! Es kann in so vielen verschiedenen Variationen verarbeitet werden und jede einzelne davon schmeckt einfach köstlich.
Das heutige Rezept ist so entstanden: ich hatte im Kühlschrank noch ein paar gelbe Plantains von meinem letzten Einkauf her übrig, welche zwar noch nicht verdorben waren, aber bereits etwas fleckig wurden. Zum Dämpfen haben sie in jedem Fall nicht mehr gut genug ausgesehen und sie einfach zu frittieren fand ich persönlich zu eintönig. Mir ist dann ein Rezept in den Sinn gekommen, welches ich vor ein paar Tage in den Social Media gesehen hatte und ohnehin irgendwann einmal ausprobieren wollte. Die Bällchen aus diesem Rezept waren zwar aus Yamswurzeln gemacht aber ich dachte mir, was mit Yams geht, können doch Plantains schon lange.
In dem Yamsbällchen Rezept wurde Thunfisch verwendet. Aber ich wollte zuerst mit einer vegetarischen Variante beginnen. Um das ganze Rezept noch ein wenig aufzupeppen, habe ich mich für zwei verschiedene Sorten Panade entschieden: die klassische Panade aus Semmelbrösel und eine zweite Panade aus Gari (Maniokgries). Die Bällchen mit der klassischen Panade sahen nach dem Frittieren zwar optisch besser aus, da sie eine schöne goldbraune Kruste bekommen hatten. Aber vom Geschmack her waren die mit der Gari Panade viel leckerer. Sie waren richtig kross und durch den leicht säuerlichen Geschmack von Gari richtig intensiv im Geschmack. Beide Varianten schmeckten aber wirklich köstlich. Die Kombination aus der herzhaften Beimischung und der Süße von gelben Plantains ist einfach fantastisch!
Das Rezept werde ich auf jeden Fall mit verschiedenen Zutaten wiederholen. Die Bällchen eignen sich sehr gut sowohl als Vorspeise als auch für einen einfachen Snack zwischendurch. Sie schmecken sowohl heiß als auch kalt. Bei der Sauce für die Beimischung sind in jedem Fall keine Grenzen gesetzt. Es kann alles verwendet werden, was der Kühlschrank so alles hergibt. Außerdem ist dieses Rezept ein guter Weg, für Plantains noch eine Verwendung zu finden, auch wenn sie nicht mehr ganz so hübsch aussehen. Ein richtiges No food waste Rezept, das man unbedingt einmal ausprobieren sollte. Dazu wünsche ich Euch bereits jetzt viel Erfolg!
Karotten, Paprika, Champignons und Lauchzwiebel putzen und fein hacken.Tomaten waschen und in zwei Hälfte schneiden
Speiseöl in einer Pfanne geben den fein gehackten Zwiebel, Knoblauch und Salz hinzu, kurz andünsten. Tomaten, Karotten, Tomatenmark und Magic Sauce hinzugeben , ca. 2 Minuten anrösten.
Dann den gehackten Paprika und Champignons dazugeben, gut vermischen und weitere 5 Minuten anrösten. Anschließend den gehachten Lauchzwiebeln dazu und gut vermischen. Abschmecken und zum Abkühlen beiseite stellen
In der Zeit das Ei in einer Schüssel geben, etwas Salz und ein bisschen Gewürze oder Magic Sauce hinzugeben und gut verrühren.In einem Teller Semmelbrösel, in einem andern Gari geben und bereit stellen für die Panade
Plantains schälen und im Wasser mit etwas Salz ca. 15 Minuten kochen oder bis sie ganz weich sind. Dann mit einem Kartoffelstampfer zerstampfen bis einen Teig entsteht.
Die fertige erkaltete Sauce, einen TL Magic Sauce und bei Bedarf salz hinzugeben. Alles gut vermischen und kurz abkühlen lassen
Nun kleine Bällchen aus dem Teig formen und danach zuerst im Ei, dann in der Panade wälzen. Die eine hälfte in Semmelbrösel und die andere in Gari
Jetzt ein Topf mit Frittieröl erhitzen und die bällchen darin ca. 3 Minuten frittieren lassen, bis sie leicht gold bzw. goldbraun sind. Auf einem Küchenpapier abtropfen lassen und heiß oder kalt genießen
Notes
Als Aperitif serviert ist es auf jeden Fall ein Gaumenschmaus Bon appétit!Fadi
Attiéké ist eine Spezialität aus der Elfenbeinküste und wird aus fermentierten Maniokwurzeln hergestellt. In Kamerun gibt es ein ähnliches Lebensmittel in trockener Form. Es nennt sich Gari und kann ähnlich wie Attiéké zubereitet werden.
Auf den ersten Blick sieht Attiéké aus wie orientalischer Couscous und wird auch ähnlich zubereitet. Nicht umsonst nennt man es auch Couscous Ivoirien, was übersetzt „Elfenbeinküste-Couscous“ bedeutet. Im Gegensatz zu orientalischem Couscous hat Attiéké jedoch einen leicht säuerlichen Geschmack, der dem Gericht eine besondere Note verleiht. Da Attiéké aus Maniok hergestellt wird, ist es von Natur aus glutenfrei und daher für viele, insbesondere für Allergiker, sehr gut bekömmlich. Es ist somit eine ideale Alternative zu orientalischem Couscous, das aus Weizen hergestellt wird.
Mittlerweile habe ich schon einige Attiéké-Rezepte veröffentlicht. An das erste – eine Gemüsepfanne mit Attiéké – kann ich mich noch gut erinnern. Ein paar Monate später habe ich ein weiteres Rezept ausprobiert, das ich beim Stöbern auf Instagram entdeckt hatte. Natürlich habe ich es mit meiner persönlichen Note verfeinert. Die Kombination hat mich begeistert, und seitdem gehört Attiéké zu meinen Lieblingslebensmitteln.
Auf der Suche nach einer ungewöhnlichen Vorspeise für meinen ersten Kochkurs an der VHS Ludwigsburg bin ich auf Attiéké-Salat gestoßen und dachte mir: „Das ist es!“ Und genau das war es auch. Die meisten Teilnehmer waren begeistert. Zunächst dachten alle an Tabouleh (Couscous-Salat), doch nach dem ersten Bissen waren sie angenehm überrascht. Nach dem Kochkurs habe ich den Salat direkt für meine Familie zubereitet – und auch da waren alle ausnahmslos begeistert.
Dieser Salat ist einfach und schnell zuzubereiten, denn die meisten Zutaten hat man ohnehin im Kühlschrank. Zudem eignet sich das Gericht – in angepasster Menge – auch perfekt als Party-Mahlzeit. Probiert es doch einfach mal selbst aus!
Zu allererst den Attiéké in einer Schüssel geben und gut zerbröseln. Dann mit etwas 4-5 EL Wasser beträufeln und eine Minute in der Mikrowelle garen. Danach Herausnehmen gut verrühren und eine Weitere Minute Garen und abkühlen lassenAlternativ: Den Attiéké auf einem mit Backpapier belegten Dampfgaraufsatz zerbröseln und ca. 10 Minuten dampfgaren
In der Zeit Tomaten, Paprika, Gurke, Petersilie und Koriander gut abwaschen und mit Küchenpapier abtupfen
Tomaten in zwei, Paprika und Gurken in kleine Würfel schneiden. Petersilie und Koriander fein hacken und beiseite stellen
Avocado ebenfalls schälen und in groben Stücken schneiden
Den Mais aus der Dose in einem Sieb geben und mit kalten Wasser spülen
Nun den abgekühlten Attiéké holen, nach einander Tomaten, Gurken, Paprika, Mais, Salz, Pfeffer, Öl und Limettensaft dazu geben und gut miteinander vermengen
Danach Petersilie und Koriander hinzugeben und nochmals gut vermischen
Zuletzt den Avocado dazugeben, noch einmal gut vermischen und zugedeckt ca. 1 Stunde im Kühlschrank ziehen lassen.
Vor dem Servieren ca. einer halben Stunde aus dem Kühlschrank nehmen. Einrichten und genießen
Notes
Wer es nicht unbedingt Vegan haben möchte, kann zusätzlich gebratenen Hähnchenbruststreifen dazu geben.Bon appétit!Fadi
Mafé ist eine beliebte westafrikanische Erdnusssauce, die traditionell mit Fleisch, Gemüse und Reis serviert wird. Ursprünglich aus Mali stammend, hat sie sich in vielen Ländern Westafrikas wie Senegal, Gambia und Guinea verbreitet. Die reichhaltige Sauce basiert auf Erdnussbutter, Tomaten, Zwiebeln und aromatischen Gewürzen, die ihr einen herzhaften, leicht nussigen Geschmack verleihen. Je nach Region und Vorlieben wird sie mit Hähnchen, Rind oder Fisch kombiniert, kann aber auch in einer vegetarischen oder veganen Variante zubereitet werden.
Dieses Rezept habe ich speziell für meinen ersten kamerunischen/westafrikanischen Kochkurs entwickelt, den ich kürzlich in Zusammenarbeit mit der VHS Ludwigsburg veranstaltet habe. Mafé eignet sich besonders gut für Kochanfänger, da es einfach zuzubereiten ist und mit wenigen Zutaten ein intensives Aroma entfaltet. Das Besondere an meiner Variante ist, dass sie so angepasst wurde, dass sowohl Vegetarier und Veganer als auch Fleischliebhaber auf ihre Kosten kommen – so konnte wirklich jeder das Gericht in vollen Zügen genießen.
ZZu Beginn wird die Sauce vollständig vegan zubereitet, während das Fleisch separat im Backofen goldbraun gegrillt wird. Gegen Ende der Zubereitung wird die Sauce aufgeteilt: Der vegetarische bzw. vegane Teil wird lediglich mit Magic Sauce verfeinert und einige Minuten weitergekocht, während in die klassische Variante die gegrillten Hähnchenteile kommen. Dieser einfache Trick sorgt dafür, dass jeder auf seine Kosten kommt! Besonders beim Kochen für Gäste mit unterschiedlichen Ernährungsweisen ist diese Methode ideal – der zusätzliche Aufwand ist minimal, und dennoch kann jeder das Gericht in vollen Zügen genießen.
Die Zubereitung von Mafé kam bei den Kursteilnehmern hervorragend an. Jeder konnte die einzelnen Schritte mühelos nachvollziehen, und am Ende haben wir gemeinsam ein köstliches Mafé genossen – serviert mit frisch gedämpften gelben Kochbananen, Maniok und Yamswurzeln.
Das Hähnchen gründlich waschen, trocken tupfen und in gewünschte Stücke schneiden. In eine Schüssel geben und mit Salz, Zitronen-/Limettensaft, Öl und Magic Sauce vermengen. Abgedeckt beiseitestellen und mindestens 15 Minuten marinieren.
Erdnussbutter in 250 ml warmem Wasser auflösen und ziehen lassen.
Zwiebeln, Karotten und Tomaten waschen. Karotten schälen und in beliebige Stücke schneiden. Zwiebeln und Tomaten würfeln.
Den Backofen auf 180°C (Grillfunktion) vorheizen. Die Hähnchenteile auf ein Backblech legen und ca. 20 Minuten grillen, dabei gelegentlich wenden, bis sie goldbraun sind.
In der Zeit in einem großen Topf das Speiseöl erhitzen. Zwiebeln, Knoblauch und Salz hinzufügen und ca. 2 Minuten anschwitzen. Tomatenmark unterrühren und weitere 2 Minuten anrösten.
Frische Tomaten und Karotten dazugeben, gut vermengen und nochmals 2 Minuten braten. Mit 500 ml Wasser auffüllen und zum Kochen bringen.
Sobald es kocht, die aufgelöste Erdnussbutter einrühren, gut vermengen und bei mittlerer Hitze 15 Minuten köcheln lassen. Optional: Habanero-Chilis hinzufügen, wenn eine schärfere Sauce gewünscht ist.
Die gegrillten Hähnchenteile samt Bratensaft aus dem Backofen in die Sauce geben. Vorsichtig umrühren, abdecken und weitere 15 Minuten köcheln lassen, bis sich eine dünne Ölschicht auf der Oberfläche bildet.
Das Gericht vom Herd nehmen und mit einer Beilage nach Wahl servieren – ideal mit Plantains, Maniok, Yams oder Reis.
Notes
*Für Vegetarier und Veganer einfach die Schritte 1,3 und 7 weglassen. Die Magic Sauce nach Schritt 8 hinzugeben und die Sauce weitere 10 Minuten köcheln lassen. Fertig!Bon appétit!Fadi
Die afrikanische Küche im allgemeinen, insbesondere jedoch die westafrikanische ist sehr reich an Blattgemüse, welche, sofern richtig zubereitet, nicht nur wertvolle Nährstoffe liefern, sondern zudem auch richtig lecker sind. Die Liste ist wahrscheinlich länger, als ich sie Euch vorstellen könnt, aber ich möchte lediglich aufzeigen, wie wichtig und wie oft Blattgemüse in der westafrikanischen Küche vorkommt.
Auswahl an Blattgemüsesorten aus der Westafrikanischen Küche
Fangen wir bei Ndolè an, das in Kamerun die Königin unter dem Blattgemüse ist. Als nächstes kommt Eru, welches in den kamerunischen Provizen Nordwest und Südwest große Beliebtheit genießt. Dann Folong, auch bekannt als BitekuTeku in anderen Ländern Afrikas, ist eine Art Spinat, das sehr bekömmlich ist. Hinzu kommen noch die Blätter der Alleskönnerpflanze Maniok: Kpwem, die einfach von allem geliebt wird, nicht zuletzt dank seines wertvollen Beitrags in der westafrikanischen Küche. Als nächstes der Njapche, auch bekannt als Njama Njama, eine Art wilder Spinat, der beim Bamun-Volk (von wo ich mütterlicherseits herstamme) sehr beliebt ist. Die Liste ist bereits lange und bei Weitem noch nicht vollständig.
Sind Kürbisblätter essbar?
Heute kommt nämlich auf meiner Liste nämlich ein weiteres Blattgemüse hinzu, das neben dem Pèhn Njapche zu dem Nationalgericht der Bamun zählt, der Pèhn Chuem. Der Begriff Pèhn Chuem kommt aus der Bamun-Sprache und bedeutet Foufou aus Maismehl (Pèhn) mit Kürbisblätter Sauce (Chuem).
Ich vernehme bereits einige Stimmen, die sich gerade fragen, ob Kürbisblätter überhaupt essbar sind. Die Antwort lautet dabei eindeutig: “Selbstverständlich!” . Dabei muss jedoch unterschieden werden, von welchen Kürbissorten die Blätter genommen werden. Handelt es sich um essbare Kürbissorten, dann sind deren Blätter ebenfalls essbar. Vorsicht ist jedoch bei den Zierkürbissorten geboten, denn da sind die Blätter leider nicht essbar, sie könnten sogar giftig sein. Diese schmecken auch in allgemein auch ziemlich bitter und sind daher praktisch ungenießbar.
Dieses Gemüsesorte ist bei der Bamun-Bevölkerung sehr beliebt, da sie einige Vorteile mit sich bringt. Erstens wächst diese Pflanze sehr schnell, zweitens ist sie fast das ganze Jahr über verfügbar und drittens ist sie sehr kostengünstig zuzubereiten. Es braucht nur wenige weitere Zutaten, um daraus ein schmackhaftes Gericht zu zauber. Als letzer positiver Punkt ist noch zu erwähnen, dass die Pflanze viele wertvolle sowie gesunde Nahrungsstoffe enthält. Ihr seht schon, wie toll sie einfach ist.
Lange habe ich mir keine Gedanken darüber gemacht, ob ich die Pflanze hier finden würde, bis mich letzter Sommer eine Bekannte anrief und fragte, ob sie mir ein Paar Kilo Chuem schicken könne, da sie bei ihr im Garten welchen gepflanzt und nun über ihren eigenen Bedarf hinaus davon hatte. Ich war derart überrascht, wie sie es hinbekommen hatte, hier Chuem wachsen zu lassen. Im Nachhinein ist mir jedoch klar geworden, dass dies doch durchaus logisch ist, da Chuem doch nichts anderes ist als die Blätter essbarer Kürbisse und bestimmten Melonenpflanzen. In Kamerun werden sie auch als “Feuilles de melons” – aus dem französischen übersetzt Melonenblätter bezeichnet… So hätte ich hier eigentlich all die Jahre locker Chuem aus frischen Blätter zubereiten können, aber ich wusste es schlicht und ergreifend nicht. Aber wie heißt es so schön: “Besser spät als nie”. Ich freue mich, das Gericht nun endlich auch hier zu Hause zubereiten zu können und kann es nur jedem empfehlen, es mir gleichzutun.
Chuem ist von Natur aus vegan und wird traditionell zu Fufu aus Maismehl sowie mit einer Tomatensauce serviert, welche oft zusätzlich auch Fleisch oder Fisch enthält.
Die Kürbisblätter von Stiele entfernen und soweit wie möglich die Fasern aus den Blätter entfernen. Dabei achten, dass nur zarte Blätter ausgelesen werden.
Die ausgelesene Blätter waschen, in einem Topf geben und mit Wasser überdecken. Salz und Steinsalz dazugeben, zum kochen bringen und ca. 3 Minuten kochen
Danach die fertige/weich gewordenen Blätter mit kalten Wasser abschrecken und das ganze Wasser soweit wie möglich aus den Blätter pressen und beiseite legen. (Am Ende sind die Blätter auf ca. 300g Gewicht geschrumpft, das ist normal)
Die Erdnüsse waschen, die Zwiebeln schälen und grob schneiden und alles in einem Mixer mit etwas Wasser zu einer schönen Paste mixen
Die Erdnusspaste in einem Topf geben, salzen, bei bedarf etwas Wasser hinzufügen und bei mittlerer Hitze und gelegentlichem Rühren ca. 15 Minuten köcheln lassen.
Dann Palmöl, Rondelles und Habanero hinzufügen gut verrühren und zugedeckt ca. 5 Minuten weiter köcheln lassen
In der Zeit die Blätter in einem Zerkleinerer geben und gut zerkleinern um die Blätter feiner zu bekommen
Nun den Habanero kurz herausholen, damit die Sauce nicht zu scharf wird und die zerkleinerten Kürbisblätter zu den Erdnüsse dazu geben. Das ganze gut vermischen und zugedeckt weitere 10 Minuten köcheln lassen.
Kurz vor Ende die Habanero nochmal dazu geben. Mit heißer Fufu servieren und genießen!
Notes
Chuem ist von natur aus vegan, wird traditionell zu Fufu aus Maismehl und mit einer Tomatensauce, die oft Fleisch oder Fisch enthalten kann, serviert.Bon appétit!Fadi